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| Keine Kommentare | 118 Aufrufe | Datum: 30.08.11 | Autor | | |
Der Rabbi und die Hohenzollern – Führung anlässlich des "Europäischen Tags der jüdischen Kultur"
Rabbiner Dr. Samuel Mayer (links) und Fürst Friedrich Hermann Otto von Hohenzollern-Hechingen (rechts)Über das Leben und Wirken von Dr. Samuel Mayer, dem letzten Hechinger Rabbiner, berichtet am Sonntag, 4. September 2011, Stadtführerin Johanna Werner. Beginn ist um 15.00 Uhr in der Alten Synagoge.
Die Führung unter dem Titel "Der Rabbi und die Hohenzollern" findet anlässlich des "Europäischen Tags der jüdischen Kultur" statt, ist aber gleichzeitig eine der Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums "950 Jahre Haus Hohenzollern".
Denn es gibt vielfältige Beziehungen zwischen Rabbiner Mayer und dem Hechinger Fürstenhaus: mit Fürst Friedrich Hermann Otto von Hohenzollern-Hechingen, mit Fürst Friedrich Wilhelm Konstantin und Fürstin Eugenie, aber auch mit der preußischen Regierung in Berlin.
Dr. Samuel Mayer wurde 1807 in Hechingen geboren, besuchte nach der jüdischen Elementarschule die von der Familie Kaulla gestiftete Talmudschule, studierte in Mannheim, Würzburg und Tübingen, wo er als 22-jähriger zum Doktor der Philosophie promovierte. Seit 1834 übte er das Amt des Rabbiners in der jüdischen Gemeinde Hechingen aus, die er in Richtung eines gemäßigten reformierten Judentums prägte. Ab 1849 betätigte er sich auch als Rechtsanwalt – eine ungewöhnliche Kombination.
Er gab ein „Israelitisches Samstagsblatt“ heraus und veröffentlichte eine „Geschichte der Israeliten in Hohenzollern-Hechingen“. Zum Tod der Fürstin Eugenie 1847 hielt er eine zu Herzen gehende Trauerrede. Mayer war auch Sekretär und Bibliothekar der illustren Museumsgesellschaft.
Fürst Friedrich Wilhelm Constantin von Hohenzollern-Hechingen und seine Frau Fürstin EugenieIm Revolutionsjahr 1848, als es auch im Fürstentum Hechingen zu Unruhen kam, erhob er seine Stimme und nahm Stellung in Form der Parabel vom Schlangenkopf und –schweif. Der Rabbiner riet dabei dem bedrängten Fürsten, den Forderungen der Aufrührer nicht nachzugeben. Als preußische Truppen das Fürstentum besetzten, überreichte er den preußischen Offizieren sein Gedicht „Gruß an die Preußen“. Zur Feier der Übergabe der hohenzollerischen Fürstentümer 1850 an die Krone Preußens hielt Mayer, als einer der besten jüdischen Kanzelredner seiner Zeit, in der Synagoge eine wegweisende Festrede mit dem Titel „Der Stein und das Bild, oder Preußens Zukunft“. Dr. Samuel Mayer betätigte sich auch wissenschaftlich und schrieb ein dreibändiges Werk mit dem Titel „Die Rechte der Israeliten, Athener und Römer“.
Aus all diesen Werken zitiert Johanna Werner markante Stellen und würzt ihren Vortrag mit Anekdoten und Humoresken aus dem Leben des Rabbiners. Dr. Samuel Mayer starb 1875 in Hechingen und wurde auf dem jüdischen Friedhof beerdigt.
Der letzte Satz auf seinem Grabstein lautet: „Wer den Besten seiner Zeit genug gethan hat, der hat gelebt für alle Zeit.“
| Text: |
Tel.: 07471/62 10 31, Fax.: 07471/62 10 31
http://www.alemannia-judaica.de/hechingen.htm
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