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| Keine Kommentare | 197 Aufrufe | Datum: 30.11.09 | Autor | | |
Fahr ich noch oder park ich schon?
Ein bißchen China. Bitte !
Da ich schon mehrere Jahre durchs Killertal, über Burladingen und Gammertingen in den Kreis Biberach fahre, denke ich, es ist mal an der Zeit, ein paar Worte zu verlieren.
So, wie ich meine Zeit auf dieser Strecke verliere, wenn ich von einer Baustelle in die andere fahre. Ich bin wirklich der Letzte, der etwas dagegen hat, dass unsere Straßen instand gehalten werden - aber muss es in dieser Geschwindigkeit sein?
Rein gefühlsmäßig war die Durchfahrt Jungingen in den letzen zwei bis drei Jahren insgesamt ein Jahr mehr oder weniger gesperrt (ich betone: Rein gefühlsmäßig, das sind sicher keine Fakten), aber damit konnte ich ja noch leben. Man konnte ja auch sehen, was gemacht wurde.
Dass aber im gleichen Atemzug die Ortsdurchfahrt Neufra gesperrt war? Na ja, wenn schon, dann machen wir alles auf einmal. Ca. neun Monate später. Neun Monate, in denen Mutter Natur aus zwei einzelnen Zellen wahrscheinlich einen der komplexesten Organismen unseres Sonnensystems oder darüberhinaus erschaffen kann. Neun Monate später ist, oh Wunder, die Durchfahrt wieder offen. Ich fahre durch und ..... Nichts.
Ich hatte in dieser Bauzeit ja mindestens eine vierspurige Schnellstraße bis Burladingen erwartet. Aber ich muss gestehen, offensichtlich habe ich nichts gesehen. Vielleicht hat ja alles unter der Erde stattgefunden. Andererseits habe ich natürlich auch keine Ahnung vom Straßenbau, aber ...
In China, um endlich zum Titel zu kommen, werden 8-spurige Autobahnen auf 200 km Länge in sechs Monaten gebaut. Vielleicht auch schneller, ich sollte das mal recherchieren. Natürlich auf Kosten der Natur, der gesamten Umwelt und vieler Menschen, die deswegen das Feld räumen müssen. "Not politically correct". Aber müssen unsere Politiker sich brüsten, dass 60 km Autobahn in der unendlich kurzen Planungs- und Bauphase von 40 Jahren fertiggestellt wurden? Können wir nicht das Gute aus dem chinesischen (oder amerikanischen, mexikanischen, suchen Sie es sich aus) Straßenbau adaptieren? Das Schlechte weglassen?
Ein Freund, der viel in Asien unterwegs ist, hat das so berichtet.
Abends in Peking unterwegs und direkt vor dem Hotel eine Baustelle auf dem Gehweg. Tagsüber voller Menschen, abends um 22:00 Uhr ziemlich leer. Ein Bauarbeitertrupp mit Vorarbeitern und zehn Arbeitern sperrt gerade die Baustelle ab. Der Vorarbeiter - mit rudimentären Englischkenntnissen, gefragt ... warum sie denn erst jetzt mit der Baustelle anfangen?... hat die Frage gar nicht verstanden - und es lag nicht am Englisch. Nach mehrfachem Nachfragen kam die amüsierte Antwort " ...sollen wir denn morgens anfangen, wenn hier die ganzen Menschen unterwegs sind? Um 5 Uhr morgens sind wir fertig und das hier ist wieder wie neu". Antwort gleich für die Kollegen übersetzt, die in schallendes Gelächter ausbrachen. Langnasen. Sind eben witzig.
Also: Vielleicht einfach mal ein bißchen China. Nur ein bißchen. Und erstmal nur bei den Baustellen. Bitte.
Und morgen nach Stuttgart über die B27. Aber das ist eine andere Geschichte .....
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