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| Keine Kommentare | 430 Aufrufe | Datum: 09.12.09 | Autor | | |
Jehovas Zeugen - eine Sekte oder echte Christen ?
"L'état, c'est moi (Der Staat, das bin ich)" – diese Worte werden dem französischen Sonnenkönig Louis XIV. nachgesagt. Schon im alten Babylon gab es Nebukadnezar u. andere Monarchen, die ihre eigene Willkür zum Gesetz machten. Heute sind wir weiter, wir haben Gewaltenteilung sowie Verwaltungs-, Ober- u Bundes-Verwaltungsgerichte und ein Bundesverfassungsgericht, dessen Urteil letztlich für alle bindend ist – oder nicht, wenn man "Justizfürst" oder designierter "Landesfürst" im "Muster-Ländle" ist? Was hier in der Sache um die Zweitverleihung der Körperschaftsrechte in Baden-Württemberg vom Justizminister Goll und dem Landtagsfraktionsvorsitzenden Mappus zu hören war, lässt genau diese Zweifel aufkommen (http://www.jehovaszeugen.de/akt/pmg/pm09-04-06/default.htm
ferner siehe Südwest-Presse, 07.12.2009).
Das Land Berlin hat in diesem Präzedenzfall ja nicht aus reiner "Zeugenfreundlichkeit" die Anerkennung als "Körperschaft des öffentlichen Rechts" ausgesprochen, sondern nach einem insgesamt 12 Jahre dauernden Rechtsstreit durch all die genannten Instanzen. Deshalb haben auch unsere 'Nachbarn', Bayern u. Hessen, und somit insgesamt 11 Bundesländer sich dieser Rechtssprechung angeschlossen (http://www.jehovaszeugen.de/akt/zwv/default.htm). Lobenswerterweise zeigt der zuständige Kultusminister Rau hierzu ebenfalls eine rechtstreue Einstellung.
Im Zollernalbkreis sind Jehovas Zeugen bereits seit Anfang des letzten Jahrhunderts tätig (früher unter dem Namen 'Bibelforscher'), ebenso in Hechingen zumindest schon seit einigen Jahrzehnten. Ein eigenes Bild kann man sich z.B. jeden Sonntag um 09:30 h machen, in ihrem Königreichssaal, Bahnhofstr. 34, kostenlos und ohne jede Verpflichtung, keine Spendensammlung [3], einfach so, oder auf ihren kleineren und größeren Kongressen (z.B. Kurzvideo http://www.jw-media.org/). Interessant auch, was der evangelische "Sektenexperte" Hemminger dazu meint: 'Aufwertung verhindern' – klar, kaum anders zu erwarten, oder ? In dem Zusammenhang bemerkenswert, wie es den ersten Christen erging, laut Apostelgeschichte 24:14 (im folgenden abgekürzt als "Apg."). Von wem wurden sie als 'Sekte' bezeichnet ? War es nicht die Geistlichkeit der etablierten Religion ? Und aus welchen Gründen ? War es Wahrheitsliebe und das Eintreten für göttliche Maßstäbe ? Oder war es Neid, Sorge ums Geschäft, religiöser Hass etc. (siehe Apg. 5:27-29; 19:23-28; Johannesevangelium 8:40, 44; 11:47, 48; 12:43) ? In welche Richtung tendieren denn Politiker, die heute Jehovas Zeugen nicht die Körperschaftsrechte zuerkennen wollen – wie ein Populist Herodes ('sah, dass ... [die Verfolgung] ... gefiel', Apg. 12:1-3) oder wie ein weiser Gamaliel ('wenn dieses Werk von Menschen ... wenn aber von Gott ...', Apg. 5:34-39) ? Welche Kirche hat sich denn an das Gebot und Vorbild unseres Herrn Jesus gehalten und war eher bereit, selbst KZ u. weitere Leiden auf sich zu nehmen anstatt eine Waffe in die Hand zu nehmen - es gab auch in den großen Kirchen einige wenige, die hier ihrem Gewissen gefolgt sind – wie stand die Kirche selbst dazu (vergleiche Matthäus 26:52; Johannesevangelium 13:35; 17:14; 18:36) ? Ein Paradoxon hierbei ist z.B., dass Jehovas Zeugen in der Nazizeit als sowjetisch-bolschewistische Spione hingestellt wurden, ein paar Jahre später in der DDR als amerikanische Spione, je nachdem eben, welches 'Feindbild' gerade passte – wo blieb die Objektivität, wo bleibt sie heute ? (Mein eigener Vater u. viele weitere treue gottergebene Zeugen haben z.B. kostbare Jahre ihrer Jugend in DDR-Gefängnissen zubringen müssen, als 'Staatsfeinde' [1]). Übrigens hatte 2003 der Landtag hier vor Ort die Gelegenheit, sich davon selbst ein Bild zu machen (http://www.landtag-bw.de/aktuelles/pressemitteilungen/ausgabe_pressemitteilungen.asp?PM=N0004_2003&referer=/), die auch von seinem Präsidenten Peter Straub günstig wahrgenommen wurde.
Ja, wohin bewegt sich nun unser 'Ländle' - Toleranz oder Vorurteil ? Irgendwie seltsam ist ja, dass manchmal, wenn jemand sich von Jehovas Zeugen seine eigene Bibel näherbringen lässt, manche Verwandte z.B. drohen, 'dann bist Du nicht mehr mein Sohn/Tochter' usw., manche Freunde spötteln oder sich abwenden, (wobei natürlich einige davon aufgrund der geschürten Vorurteile aus Aufrichtigkeit handeln mögen) – dennoch, man fragt sich, ist Toleranz nur das, was wir von Arabern und Türken fordern ? Wie stehen wir selbst zur Religionsfreiheit des einzelnen ? Lassen wir uns von Traditionen und Sorge um die Gunst der anderen leiten oder bereitwillig von der "Hausordnung" des Schöpfers unseres Planeten ?
Woran unterscheidet man nun Sekten von echten Christen ? Ist es die Anwendung der Bibel im täglichen Leben oder sind es religiöse Lehrfragen [2] oder ist es die Nachfolge Jesu als 'Verkündiger' (Matthäus 24:14; 28:19, 20; Lukas 4:43) ?
So mag dieser Rechtsstreit vielleicht dazu dienen, uns selbst zu fragen: wo stehe ich ? "L'état, c'est moi" ? oder bereitwillig für die Rechtsordnung des Eigentümers der Erde (Apg. 17:24-31) ?
Viel Freude beim Nachblättern und Nachdenken ...
Fußnoten:
[1] wenn man die Prophezeiungen Daniels (2:34, 35, 44, 45) betrachtet und mit Offenbarung Kap. 19:11-16 z.B. gegenüberstellt, zeigt Gottes Wort, dass das (König-)Reich, um das wir im Vaterunser alle beten, die Zeit der menschlichen Regierungen beenden wird – jedoch 'nicht durch Menschenhand'. Daher sind Jehovas Zeugen den 'Obrigkeiten untertan' gemäß Römer 13, geben "Cäsars Dinge Cäsar, Gottes Dinge aber Gott" (Lukas 20:25). Diese Rechtstreue gegenüber dem Staat ist höchstrichterlich attestiert worden.
[2] bisweilen wird Jehovas Zeugen vorgehalten, sie wäre keine echten Christen, weil sie Jesus nicht als Teil einer Götter-Triade betrachten, wie sie ausgehend vom alten Babylon in vielen Religionen gelehrt wird, sondern als den Sohn Gottes, der von sich selbst sagte, der 'Vater sei größer als er'. Wieviele Personen hat z. B. Stephanus gesehen in der Vision kurz vor seiner Hinrichtung (Apg. 7:55, 56) ? Oder was zeigt der Apostel Paulus dazu, z.B. in Philipper 2:5-11 ?
Weitere Erklärungen zu Glaubensansichten wie z.B. "Warum so viel Leid?", "Auferstehung", "Zukunftshoffnung", "Gottes Wille bezüglich der Erde" u.v.a. mehr sowie deren biblische Begründung sind zu finden auf: http://watchtower.org/x/
[3] im Zusammenhang mit den Körperschaftsrechten wird immer auf das ‚Recht zur Einziehung von Kirchensteuern‘ hingewiesen – das Prinzip der Freiwilligkeit war und ist und bleibt bei Jehovas Zeugen gewahrt, weil es auf dem Wort Gottes basiert (2. Korinther 9:7)
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