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Keine Kommentare 97 Aufrufe Datum: 19.09.11 Autor Weiterleiten Drucken

Kaufmännische Schule bietet guten Start


Firat_Arslan_mit__neuen_Schlern_der_BerufsfachschuleFirat Arslan mit den neuen Schülern der Berufsfachschule SJ 2011/2012Mit zwei Einführungswochen startete die Kaufmännische Schule Hechingen ins neue Schuljahr: Während die Einführungswoche für die neuen Schüler des Wirtschaftsgymnasiums Hechingen nun bereits im vierten Jahr erfolgreich stattfindet, wurde mit viel Engagement eine weitere Einführungswoche für die Schüler der Berufsfachschule auf die Beine gestellt.

Der Besuch des Boxchampions Firat Arslan brachte hierbei die Zielsetzung der Organisatoren auf den Punkt. 

 

Die Einführungswoche für die neuen 11er des Wirtschaftsgymnasiums hatte vor allem zwei Ziele: Erstens wurde- den Schülern die Möglichkeit geboten, die neue Klassengemeinschaft sowie den neuen Schul- und Lernort  kennen zu lernen. Zweitens sollten Methoden des schulischen Lernens reflektiert, eingeübt und auch angewendet werden. 

Am ersten Tag stand das erste Kennenlernen und eine Schulhausführung auf dem Programm. In den folgenden Tagen besuchten die drei Klassen die drei Module Betriebswirtschaftslehre, allgemeinbildende Fächer und Sport: Bei den beiden ersteren Modulen ging es sowohl um eine erste Annäherung an die neuen Fächer als auch darum,  das Lernen zu lernen. So wurde mit jedem Schüler ein Lerntypentest gemacht, bei dem individuell ermittelt wurde, was für ein Lerntyp man eigentlich ist.


Das Modul „Sport“ stand unter dem Motto „Mit meinem Körper arbeiten“. Zielsetzung hier war es, die Schüler für ihren Körper zu sensibilisieren, und zwar nicht nur für die nächsten drei Jahre bis zum Abitur, sondern auch darüber hinaus. Vor der praktischen Arbeit in der Sporthalle wurden sie mittels eines Fragebogens anonym zu ihrem Gesundheitsempfinden, ihrer Sportlichkeit und ihren Essgewohnheiten befragt, mit teilweise interessanten Ergebnissen.

Ein Ergebnis war, dass sich die Mädchen subjektiv gesünder fühlen als die Jungen.

Bei der anschließenden praktischen Arbeit in der Kreissporthalle wurden die Schüler nicht nur von ihren Sportlehrern, sondern auch von Manuela Horvat-Bock von der AOK Neckar-Alb betreut. Sie ging auf häufige Haltungsschwächen ein und zeigte in einem kurzen Praxisteil, wie diesen z. B. mit einem Schwingstab begegnet werden kann. Erhobene Körperfettwerte werden am Schuljahresende neu ermittelt. Letztlich soll so auf eine langfristige Erhaltung oder gar Verbesserung der Gesundheit hingearbeitet werden. Abgerundet wurde die Einführungswoche im Wirtschaftsgymnasium mit einem Feedback und individuellen Aktivitäten in den jeweiligen Klassen.

 

Auch in der Beruffachschule war das Kennenlernen der neuen Schüler und Lehrer sowie der Schule ein wichtiger Aspekt. Bereits in der Einführungswoche wurde in beiden Klassen mit einem Klassenvertrag die Basis für ein respektvolles Miteinander und einen erfolgreichen Schulbesuch gelegt. „Eine gute Klassengemeinschaft ist eine wichtige Voraussetzung für gute schulische Leistungen. Dazu bedarf es klarer Regeln, die wir auch in den beiden Klassenverträgen fixiert haben“, sagte Abteilungsleiter Wolfgang Amann. Auch die Einführungswoche in der Berufsfachschule hatte das Ziel, den Schülern erfolgreiche Lerntipps zu vermitteln: So wurden positive Lernvoraussetzungen erläutert und in die effektive LernmethodeLernen mit Karteikarten“ eingeführt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Einführungswoche war, die Schüler gleich zu Beginn zur Leistungsbereitschaft zu motivieren. Hierzu sollten positive Vorbilder und Praxisnähe beitragen: Von der Arbeitsagentur Hechingen war Berufsberaterin Iris Dommer zu Gast. Sie erläuterte den Schülern, was von ihnen von den Betrieben erwartet wird und was sie jetzt schon in der Schule dafür tun könnten, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Als positive Vorbilder wurden Schüler der Schule präsentiert: Ralf Killmayer und die Schulsprecherin Pilar Göckel starteten ihre kaufmännische Schullaufbahn selbst auf der Berufsfachschule und gehen dieses Jahr das Abitur am Wirtschaftsgymnasium an. Von beiden bekamen die Schüler wertvolle Tipps, wie der Wechsel von der Hauptschule auf die Berufsfachschule am besten zu meistern ist und welche Chancen sich bieten, wenn man sich anstrengt. „Meine Motivation hat auch etwas mit Trotz zu tun: Ich wollte, will und werde es allen zeigen, die mich wegen meines Hauptschulabschlusses abgeschrieben haben“, sagte Pilar Göckel. Sowohl sie als auch Ralf Killmayer verkörpern beispielhaft die Durchlässigkeit des baden-württembergischen Schulsystems.

Ein weiteres positives Vorbild und Highlight dieser Einführungswoche war der Boxchampion und Weltmeister Firat Arslan aus Göppingen, für den die Schüler Fragen vorbereitet hatten. Mit seinen Antworten und seinem beeindruckenden Lebenslauf vermittelte er den Schülern, was mit Fleiß und Leistungsbereitschaft alles zu erreichen ist. „Auch ich hatte, wie viele von euch vielleicht auch, nicht die besten Voraussetzungen: Im Kindergarten konnte ich kaum deutsch und mein Vater hat meine fünf Geschwister und mich früh verlassen“, blickte Arslan zurück. Trotzdem schaffte er es schon in den Grundschule mit viel Fleiß und Durchsetzungswillen zum Zweitbesten. Danach lief es schulisch nicht mehr so gut: Nach der mittleren Reife machte er eine Lehre als Konstruktionsmechaniker und hatte die schlechtesten Anmeldenoten. „Ich hatte dann aber so Angst, die Prüfung nicht zu schaffen, dass ich gelernt habe wie verrückt und die beste Prüfung abgelegt habe. Mein Lehrer von damals glaubt mir heute noch nicht, dass das alles mit rechten Dingen zuging“, sagte Arslan. Mit 18 entschloss er sich dann Boxer zu werden. 19 Jahre später wurde er mit dem Weltmeistertitel belohnt. „Mir wurde meist weniger Talent bescheinigt als anderen, – was auch stimmt. Aber ich habe doppelt so hart gearbeitet, weil ich es allen und mir beweisen wollte! Wenn ich aber in der Schule diesen Einsatz gezeigt hätte, müsste ich jetzt nicht täglich so hart trainieren und könnte wohl was anderes machen“, zeigte sich Arslan selbstkritisch. „Jeder von euch hat so viel Potenzial, aber nur mit Fleiß und Disziplin könnt ihr eure Ziele erreichen. Jetzt mit der Schule legt ihr die Basis für euer späteres Leben. Und wenn ihr mal keine Motivation habt, überlegt euch einfach, was ihr ohne diesen Schulabschluss wärt!“, beendete er seine Ausführungen.

 

Den Abschluss der Einführungswoche in der Berufsfachschule bildete der Besuch des Kletterparks in Ebingen: Hier konnten die Schüler in zehn Meter Höhe auf schaukelnden Brücken ihre Leistungsbereitschaft und den Willen an ihre Grenzen zu gehen unter Beweis stellen. „Wir bieten den Schülern tolle Möglichkeiten, sich schnell in unserer Schule heimisch zu fühlen und sich auf die neuen Anforderungen einzustellen. Die richtige Motivation zu Beginn ist dabei enorm wichtig“, zeigte sich Schulleiter Norbert Speidel von den Programmen beider Einführungswochen überzeugt.

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