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Narrenfreunde Waldschrat Bechtoldsweiler e.V. in Hechingen-Bechtoldsweiler


Bernd Stehle
Rathausstr. 17/1, 72379 Hechingen - Bechtoldsweiler

wal

walschrad

 

Die Sage vom Waldschrat


Im Jahre 1410 wurde die Gemeinde Schönrain wegen Streitigkeiten der Grafschaft Eitelfritz und der Grafschaft von Ow gebrandschatzt und niedergefackelt. Dabei wurde der Dorfälteste durch das Schwert gestreckt. Vor seiner Hinrichtung schwor er bei seiner Seele, sich an der Grafschaft Eitelfritz zu Hechingen, zu rächen. Mit diesem Fluch auf den Lippen wurde er enthauptet.

Jahre später wurde sein Geist erstmals im Nonnenwald gesichtet. In schauriger Gestalt erschreckte er die durch den Wald Reisenden.

Im Gewann „Schwarzer Hirsch“ trieb er sich hinter einen Birnbaum und den nahen Hecken herum und erschreckte und plagte Leute, die Feldmarken verrückten.

Alsbald war die Rede vom kauzigen Waldschrat, dem Schrecken aller gewöhnlichen Leute.

In den Jahren um 1540 lebte ein einzelner Mönch zurückgezogen oberhalb der abgegangenen Gemeinde Schönrain, nachdem das Gewann „Mönchswald“ noch heute von seiner Existenz zeugt. Dieser Mönch, soll den Waldschrat, allein durch die Kraft seines Glaubens, in den Ruinen der ehemaligen Gemeinde Schönrain gebannt haben. Jedenfalls wurde er über Jahre hinweg nicht mehr gesehen.

Um das Jahr 1590 wurden vier Frauen aus den Gemeinden Rangendingen, Sickingen und Bechtoldsweiler beschuldigt, auf dem Gewann „Schöner Rain“ bei den alten Eichen Hexentänze und Teufelsbeschwörungen abgehalten zu haben. Eine der Frauen war die Bechtoldsweilemerin, Madlene Arnott. Sie wurde beschuldigt, Buhlschaft mit dem Teufel betrieben zu haben und durch ihre Rituale bei den Eichen habe sie den fast vergessenen Waldschrat aus seinem Bann befreit, um mit seiner Hilfe das Volk zu verhexen.

Madlene Arnott wurde zusammen mit Margarete Haug aus Sickingen, Anna Oster und Katarine Clan beide aus Rangendingen der Hexerei bezichtigt und im Jahre 1595 zur Richtstätte am Heilig Kreuz geführt und durch das Feuer, vom Leben zum Tod als Unhold, lebendig zu Pulver und Asche verbrannt und hingerichtet.

Madlene Arnotts Geist wurde im Gewann „unter der Grube“ immer wieder gesehen. Allsbald wurde ihr Geist als Grubenweible bezeichnet. Der Sage nach heißt es, sie habe vorrübergehend die Leute begleitet und verhext, so daß sie irre gegangen seien.

Wenn man heute in den Waldgewannen Nonnenwald- Mönchswald- Hofstätten und Azelisgärten- Schönrain verweilt, so kann es einem sein, als ob man Schritte und Schreie hört und doch ist niemand in der Nähe.

Vor einigen Jahren wurde der Waldschrat im Gewann „schwarzer Hirsch" von einem älteren Mann wieder gesehen. .Als dieser kundtat einen Geist gesehen zu haben, wurde er von seinen Mitmenschen herzhaft ausgelacht. Dies veranlaßte ihn dazu, nie wieder auch nur ein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren.

Sicher ist jedoch, daß wenn man sich alleine im Wald aufhält, es einem schon schaurig über den Rücken laufen kann. War da vielleicht der Waldschrat ?

 

Der Bechtoldsweilemer Weißnarr – ein Wasserbettler


weissnarrDer Grund warum wir eine Weißnarrenfigur ins Leben gerufen haben ist die Idee die Geschichte bzw. historischen Ereignisse des Dorfes darzustellen und zu verbreiten.

Der Name des Weißnarrs ergibt sich durch die geographische Lage Bechtoldsweilers: Der Grundwasserspiegel des Dorfes liegt nicht sehr hoch. Früher als man das Wasser noch aus den Brunnen holte, war in heißen Sommermonaten das kostbare Gut oft knapp, denn viele Brunnen trockneten dann aus. Die Ortschronik schreibt hierzu, daß in früheren Jahren die Brunnen im Oberdorf als erste versiegten und die Leute aus dem Oberdorf im Unterdorf um Wasser betteln mußten, die Bewohner des Unterdorfes gaben ihr Wasser aber auch nicht gerne her wenn es knapp wurde... den ortsansässigen Lehrer traf es besonders hart- da er bis 1932 keinen eigenen Brunnen besaß, mußte er das ganze Jahr über Wasser betteln gehen.

Die Maske und das Kopftuch beziehen sich ebenfalls auf den geschichtlichen Hintergrund mit dem Wasser. Auf dem Kopftuch sind viele Wassertropfen zu sehen und ein Brunnen ist dargestellt, wie man ihn noch bis in die 50iger Jahre fast vor jedem Bauernhaus sehen konnte und der im früheren dörflichen Leben eine sehr zentrale Rolle spielte. Die Maske sieht spitzbübisch aus und hängt durstig die Zunge zur Seite heraus.

Der alte Neckname der Bechtoldsweiler war „die Düsteren“ welchen man heute mit die Durstigen übersetzen würde.

Auf der Vorderseite des Oberteils sind die Bechtoldsweiler Linden zu sehen. Am 9.Juli 1882 vom Kriegerverein in der Nähe des Friedhofes gepflanzt, sind sie heute weithin sichtbar und stehen inzwischen unter Naturdenkmalschutz.

Auf der Rückseite ein für viele Menschen wichtiges Gebäude mit dem auch die Fasnet in Verbindung steht: das kleine katholische Kirchlein Sankt Wendelin, dessen Bau 1812 mit dem von Lambert Kaus vermachten Kapital und aus dem Erlös des Verkaufs seiner Güter vollkommen finanziert werden konnte.

Auf den Ärmeln und auf der Rückseite der Hosenbeine sind Apfel- und Birnbäume und deren Früchte zu sehen welche auf die sehr alte Obstbautradition hinweisen, die auch heute noch privat und auf Vereinsebene gepflegt wird.

Auf der Vorderseite der Hose wurde das Abbild des alten Ortswappens von 1818 plaziert. Unten an den Hosenbeinen sitzen sich ein Fuchs und ein Hase gegenüber. Auf Grund der ruhigen, abgeschiedenen Ortslage bekamen die Bechtoldsweiler Bürger immer den Satz zu hören: „ Ach bei Eich saget sich d‘r Fuchs ond d’r Has guat Nacht.“ Und auch heute noch klingt es einem manchal in den Ohren.

Die Fuchsschwänze die am Kopftuch befestigt sind beziehen sich nicht wie weithin angenommen auf die Bauernschläue sondern auf die Darstellung des Fuchses im Mittelalter wo er als abgeschlagen, falsch und verlogen galt. Mit Fuchsschwänzen wurden zu jener Zeit Lügner und Betrüger bestückt um sie so in aller Öffentlichkeit anzuprangern. Die Fuchsschwänze am Weißnarr sollen auf die menschlichen Schwächen hinweisen, stellen den Narr als abgeschlagen, falsch und verlogen dar weil er sich maskiert um mit anderen seine Späße zu treiben.

Das G‘schell soll nach alter Überlieferung zeigen, daß der Narr ganz auf sich fixiert ist und alles was man von ihm zu hören bekommt ist nichts weiter als hohles Getöne und leeres Geklingel. Die Narrenwurst die unser Weißnarr mitsichführt steht für das Übermaß in der Fasnet, bevor ab Aschermittwoch für sechs Wochen die Fastenzeit beginnt.

 

Die Hexensage


hexeUm das Jahr 1590 wurden vier Frauen aus den Gemeinden Rangendingen, Sickingen und Bechtoldsweiler beschuldigt, auf dem Gewann „Schöner Rain“ bei den alten Eichen Hexentänze und Teufelsbeschwörungen abgehalten zu haben. Eine der Frauen war die Bechtoldsweilemerin, Madlene Arnott. Sie wurde beschuldigt, Buhlschaft mit dem Teufel betrieben zu haben und durch ihre Rituale bei den Eichen habe sie den fast vergessenen Waldschrat aus seinem Bann befreit, um mit seiner Hilfe das Volk zu verhexen.

Madlene Arnott wurde zusammen mit Margarete Haug aus Sickingen, Anna Oster und Katarine Clan beide aus Rangendingen der Hexerei bezichtigt und im Jahre 1595 zur Richtstätte am Heilig Kreuz geführt und durch das Feuer, vom Leben zum Tod als Unhold, lebendig zu Pulver und Asche verbrannt und hingerichtet.

Madlene Arnotts Geist wurde im Gewann „unter der Grube“ immer wieder gesehen. Allsbald wurde ihr Geist als Grubenweible bezeichnet. Der Sage nach heißt es, sie habe vorrübergehend die Leute begleitet und verhext, so daß sie irre gegangen seien.

Wenn man heute in den Waldgewannen Nonnenwald- Mönchswald- Hofstätten und Azelisgärten- Schönrain verweilt, so kann es einem sein, als ob man Schritte und Schreie hört und doch ist niemand in der Nähe.