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Narrhalla Boll e.V. Hasawedel in Hechingen-Boll
Tel.: 07471/1 33 99 (Ralf Hähn)
http://www.narrhalla-boll.de/
Steckbrief der Narrhalla
Gründungsjahr: 1981
Mitglied im Narrenfreundschaftsring seit 1984
Narrenfigur(en): Hasawedel (seit 1983), Jäger und Treiber (seit 1999), Zigeuner (seit 2008)
Tanzgruppen: Dancing Queen, Las Pequeñas, Let´s Fetz, Mixed Emotions
Narrenruf: 3x „Hasa – Wedel“

Weit über einhundert Jahre alt ist die Fasnet in Boll. Erste Erwähnungen reichen bis in das Jahr 1852 zurück. Ausführliche Berichte über Aktivitäten einer »Narrhalla Boll« gibt es zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zentrale Veranstaltungen waren jeweils die Straßenfasnet mit Narrenspiel am Fasnetdienstag und das Fasnetvergraben am Aschermittwoch. Besondere Erwähnung verdient das Jahr 1876. Die politische Gemeinde plante den Bau eines großen Schul- und Rathauses mit zwei Lehrerwohnungen. Die »Narrhalla« bewies beispielhaften Bürgersinn, indem sie den gesamten Reinerlös aus der Straßenfasnet dem Baukonto übergab. Guter Narrentradition entsprechend wurde die Obrigkeit stets kritisch begleitet. Im Jahre 1899 stritt man in Boll darüber, ob eine Wasserleitung gebaut werden solle. Was lag für die »Narrhalla« näher, als diesen Streit zum Thema des Narrenspiels zu machen. Dem Vogt (Bürgermeister) ging der Spaß jedoch zu weit, man sah sich vor Gericht wieder. Auch das Verhältnis zur Kirche war nicht immer ungetrübt. Anlaß hierfür war die Fasnetsbeerdigung am Aschermittwoch. Auf die zahlreichen Einsprüche der verschiedenen Pfarrherren hatten die Narren eine verblüffend einfache Antwort parat: »Wer am Dienstag stirbt, kann frühestens am Mittwoch beerdigt werden.« Pfarrer Häußler, ein in Boll hochverehrter Mann der Tat, baute den BoIlern zunächst ihre neue Kirche auf (1909) und im Jahre 1915/16 die Fasnetsbeerdigungszeremonie um. Als er erkannt hatte, daß die »Hasawedel« von dem Aschermittwochstermin nicht abzubringen waren, drehte er den Spieß um und veredelte die gesamte Zeremonie zu der noch heute gültigen humoristisch-geistvollen Form.
Sicherlich nicht ohne Bedacht läßt er den Narrenvogt am Ende der Zeremonie die Kapuzinerpredigt aus dem Schiller-Drama »Wallensteins Lager« vortragen. Tatkräftig unterstützt wurde Ferdinand Häußler damals von Anton Wolf, dem Vater des 30 Jahre amtierenden Narrenpräsidenten Ernst Wolf. Auch nach dem 1. Weltkrieg wurde das Brauchtum weiter gepflegt. Neu hinzu kam, in die Straßenfasnet eingebunden, die Zigeunerhochzeit. Seit Anfang der 30er Jahre gibt es, jeweil am Fasnetssonntag, die Kinderfasnet. Im Jahre 1952 wurde das Boller Narrenschiff unter der Leitung von Nikolaus Löffler wieder flott gemacht. Ihm folgte im Jahre 1957 der bereits erwähnte Ernst Wolf. Bei der Straßenfasnet hatte man, neben der Zigeunerhochzeit, verstärkt auch Themen aus der Kommunal-, Landes- und Weltpolitik närrisch beleuchtet, Zur Kinderfasnet und Fasnetsbeerdigung kam die Saalfasnet hinzu. Als die Narrhalla Hechingen ihren stark karnevalistisch geprägten Umzug auf den Fasnetsdienstag verlegte, wurde die traditionsreiche Boller Straßenfasnet eingestellt. Es wurde nur noch im Saale »umgetrieben«. Die »Narrhalla« Boll war inzwischen über einhundert Jahre alt geworden, aber weder eingetragener Verein noch Mitglied eines Narrenrings, noch im Besitz einer Maske. Dies wurde in den Jahren 1982 bis 1984 nachgeholt. Der Verein, heute 110 Mitglieder und 42 Maskenträger stark, wurde 1982 in das Vereinsregister eingetragen. Bei der Wahl der Maske bekannte man sich zu dem Boller Übernamen »Hasawedel« und wählte eine Hasenmaske. Im Jahre 1984 erfolgte die Aufnahme in den Narrenfreundschaftsring Zollern-Alb.






