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| Keine Kommentare | 249 Aufrufe | Datum: 25.07.11 | Autor | | |
Neuer Band der Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte erschienen
Neu erschienen ist der 130. Band der Schriftenreihe des Hohenzollerischen Geschichtsverein, die "Zeitschrift für hohenzollerische Geschichte". Der 331 Seiten starke Band vereint fünf Beiträge zur Geschichte Hohenzollerns und eine Vielzahl von Besprechungen wissenschaftlicher Publikationen aus Hohenzollern und Umgebung.

Abb: Im Kaiserreich rauchten die Schornsteine, unter anderem auch bei der Brauerei St. Luzen (siehe Beitrag von Rolf Vogt zur Industrie Hechingens im Kaiserreich (Abb. aus dem besprochenen Band)
In der ersten Abhandlung mit dem Titel „Siedlungen, Gräber, Ortsnamen und Verkehrsverbindungen der Alemannenzeit – Zur frühmittelalterlichen Siedlungsgeschichte im Raum des Zollernalbkreises“ bietet Andreas Zekorn einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Alemannen. Die Publikation stellt eine überarbeitete und stark erweiterte Fassung eines Beitrags dar, den der Autor in dem Sammelband „Alamannen zwischen Schwarzwald, Neckar und Donau“ veröffentlicht hat.
Während die Geschichte der Juden in Hechingen und Haigerloch durch eine Vielzahl von Untersuchungen gut aufgearbeitet wurde, war über die jüdische Minderheit der hohenzollerischen Gemeinde Dettensee bisher nur sehr wenig bekannt. Diese Wissenslücke konnte durch die Studie „Die jüdische Gemeinde Dettensee 1579 – 1939“, von Herbert Zander, nunmehr geschlossen werden.
In einer weiteren Abhandlung setzt Rolf Vogt seine Serie von Beiträgen zur Geschichte der Stadt Hechingen im 19. und 20. Jahrhundert fort. Nach der Studie über den Hechinger Stadtkassendefekt 1907 im vorausgegangenen Band beschreibt und bewertet der Autor unter dem Titel „Talmi-Kultur und Klassen-Gegensätze: Glanz und Elend einer Industriestadt. Fabriken, Arbeiter, Sozialdemokratie und Gewerkschaften in Hechingen im Kaiserreich“ die Entwicklung der ehemaligen Residenzstadt Hechingen zur Industriestadt und die daraus resultierenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme. Breiten Raum nimmt in der detaillierten Abhandlung die frühe Geschichte des Hechinger Ortsvereins der SPD ein.
Es folgt eine Biographie des Sigmaringer Gewerbeschuldirektors Anton Bumiller (1871 – 1955) von Helmut Göggel. Im Mittelpunkt der Studie stehen die großen Verdienste, die sich der aus Jungingen im Killertal stammende Pädagoge bei dem Aufbau des Gewerbeschulwesens in Hohenzollern und bei der Einrichtung der Handwerkskammer in Sigmaringen erworben hat. Gewürdigt werden ferner die außerordentlichen Leistungen Bumillers als Heimatkundler und Heimatdichter. Man denke in diesem Zusammenhang nur an sein 1932 erschienenes Buch „Zollerland. Ein Heimatbuch“. Bumiller hinterließ auch eine Fülle von Gedichten und Reimen. Aber er war auch ein „Militarist und Patriot“. Diese Einstellung trieb Bumiller 1932 in die so genannte Daubmann-Affäre, die seiner Reputation sehr abträglich war. Als Führer des Hohenzollerischen Kriegerbundes trat der Gewerbeschuldirektor 1937 schlussendlich in die NSDAP ein.
Der letzte Beitrag des Bandes ist eine architekturgeschichtliche Untersuchung von Franz–Severin Gäßler mit dem Titel „Poesie der Schönheit. Das Rathaus in Hechingen – Werk des Architekten Paul Schmitthenner“. Der Autor erschließt anhand einer Vielzahl von Fotos, Zeichnungen und Skizzen das Besondere des 1956/58 unter Bürgermeister Paul Bindereif erbauten neuen Rathauses in Hechingen in städtebaulicher Hinsicht. Der Verfasser versäumt es in diesem Zusammenhang auch nicht, auf ein anderes Bauwerk des Architekturprofessors Schmitthenner (1884 – 1972) hinzuweisen, nämlich auf das Landhaus Josefslust, das sich 1956/57 der damalige Erbprinz Friedrich Wilhelm von Hohenzollern als Wohnsitz erbauen ließ.
| Text: |
Tel.: 07571/10 15 59 (Trugenberger, Dr., Volker, Archivdirektor)
http://www.hohenzollerischer-geschichtsverein.de/







Wenn ich durch Hechingen - und auch durch die Welt - gehe versuche ich dies möglichst mit offenen Augen und Ohren zu tun, denn es gibt soviel Wissenswertes zu erfahren und zu erleben!