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| Keine Kommentare | 129 Aufrufe | Datum: 22.11.11 | Autor | | |
Vielfältiger Einsatz in Ostafrika - Aktueller Bericht von Afrikareise "Kinder brauchen Frieden"
Anfang November startete ein vierköpfiges Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Hilfsorganisation Kinder brauchen Frieden e. V. (KbF) zu einem Arbeitseinsatz nach Ruanda/Ostafrika. Frederic Loye, Matze Holzmann, Marc Schuler und Michael Eberhard hatten ein straffes Programm vor sich, da der Verein in dieser Region zwischenzeitlich mehrere Arbeitsschwerpunkte hat.

Einer davon befindet sich im Armenviertel der Hauptstadt Ruandas, Kigali. Dort betreut KbF gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Sinapisi ein Waisenkinderdorf, in dem derzeit dreiundachtzig Kinder leben. Die Kinder haben ihre Eltern meist aufgrund von Krankheit oder des Bürgerkrieges verloren. Nach der Zeit im Kinderdorf werden die zu Jugendlichen heran gewachsenen in einem Integrationsprogramm, in kleinen selbstständigen Hausgemeinschaften auf das Leben und Arbeiten in der ruandischen Gesellschaft vorbereitet.
Dies stellt eine besondere Herausforderung dar, da ein Netzwerk wie es sich durch das Aufwachsen in einem normalen Familienverband bildet, fehlt. Sowohl die Kinder des Kinderdorfs als auch die 25 Jugendlichen im Integrationsprogramm wurden von den KbF-Mitarbeitern besucht. Es wurde gemeinsam über die Zukunft diskutiert, nach den aktuellen Sorgen und Nöten gefragt aber auch zusammen gefeiert und gespielt.
Angeschlossen an das Kinderdorf ist eine Primarschule, in der rund 240 Schüler unterrichtet werden. Diese kommen sowohl aus dem Kinderdorf als auch aus den benachbarten Armenvierteln. Marc Schuler rüstete die Schule mit gespendeten Lernlaptops aus, die von den Schülern gut angenommen wurden. Auf dem Schulgelände errichtet KbF derzeit zusätzlich eine Sekundarschule für die Klassen 7-9. Hier werden zukünftig weitere 120 Schüler den Zugang zu einer guten weiterführenden Schulbildung erhalten, was für viele Kinder ein besonderes Privileg und eine große Chance für ihr weiteres Leben darstellt. Hier gab es für das Vierergespann von KbF vieles zu organisieren. So mussten die Baupläne besprochen, die Baustelle besichtigt und ein gemeinsamer Zeitplan erstellt werden.
Hilfe für Buschkrankenhaus
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Teams stellt die Unterstützung des Buschkrankenhauses und des Gesundheitszentrums von Frau Dr. Uta Düll im Süden Ruandas dar. In diesem Krankenhaus werden überwiegen Kinder und deren Eltern behandelt, die aufgrund ihrer Armut sonst keinen Zugang zu einer Gesundheitsversorgung haben. Hier arbeitet KbF eng mit der Krankenhausleitung zusammen und ist für einen Teil der Medikamente- und Operationsmaterialienversorgung verantwortlich. So hatte die KbF-Mannschaft eine große Anzahl an Medikamenten und zwanzig Hydrocephalusventile mitgebracht. Diese Ventile werden bei Babys und Kindern mit einer Wasserkopfbildung, die durch einen Defekt in der natürlichen Hirnwasserableitung entsteht, in den Kopf eingesetzt. Das gestaute Hirnwasser, das auf das Gehirn drückt, kann dann über das implantierte Ventil in den Bauchraum abfließen und die Kinder werden so vor einer Hirnschädigung bewahrt. Da diese Ventile teuer sind, können diese oft lebensrettenden Operationen nur aufgrund der Spender von KBF und der Unterstützung der Ventilherstellerfirma getätigt werden.
Schwere Momente in Goma
Einer besonderen Herausforderung mussten sich zwei Mitglieder des Teams bei einem Projektbesuch in Goma stellen. Goma ist einer ostkongolesischen Grenzstadt und wurde in den vergangenen Jahren zum Fluchtpunkt tausender Familien, die aus den von gewaltsamen Unruhen bebeutelten Regionen des Landes flüchten mussten. KbF unterstützt hier zwei Ernährungszentren. Unsere Kooperationspartner, deutsche Schwestern des St. Bonifatius Ordens, leiten in den Armenvierteln Gomas mit großem Engagement diese Ernährungs- und Gesundheitszentren. Hier werden die Flüchtlinge mit Nahrung und Medizin versorgt. Zusätzlich erhalten die Mütter Hygiene- und Nähunterricht und die Kinder werden in einen Klassenraum beschult.
So können die Familien, die auf der Flucht oft unvorstellbares Leid erfahren haben, wieder Hoffnung und Lebensmut fassen. Obwohl die KbF - Mitarbeiter schon öfters in Afrika-Einsätzen waren, so waren sich doch auf das, was sie in Goma erwartete nicht vorbereitet. Es wird geschätzt, dass zwischen einer halben und einer Million Menschen in dieser Stadt leben, viele davon in Armenvierteln, in denen die Hütten aus wenig mehr als ein paar Brettern bestehen. Hunger und Krankheit sind allgegenwärtig. Es gibt kein Abwassersystem und bei jedem stärkeren Regen steht alles unter Wasser. Ermutigend in dieser Situation ist jedoch zu sehen, dass durch die Hilfe der Ernährungszentren die entwurzelten Familien wieder etwas Hoffnung und neuen Lebensmut fassen können.
Persönliche Schicksale
Besonders berührt hat Matthias und Michael die Geschichte der kleinen Jeanette. Sie ist 12 Jahre alt und wiegt derzeit 16 kg. Nachdem sie beim gemeinsamen Essen im Projekt ihre Schüchternheit gegenüber den weißen Besuchern etwas abgelegt hatte, erzählte sie über den schweren und weiten Weg, den sie mit ihrer Mutter und einem Teil ihrer Geschwister zurücklegen musste, bevor sie letztendlich am Ernährungszentrum Birerre in Goma ankamen. Sie erzählte, dass ihre Mutter, die bei der Ankunft nur noch 28 kg wog, gemeinsam mit zwei ihrer Geschwister im Krankenhaus ist. Nach dem Essen brachten die KBF - Mitarbeiter gemeinsam mit der Leiterin des Ernährungszentrums Jeanette ins Krankenhaus, damit sie ihre Medizin abholen und Mutter und Geschwister sehen konnte. Alle werden in den nächsten Wochen und Monaten mit Nahrungsmitteln und Medizin langsam wieder auf ein dem Alter entsprechendes Körpergewicht gebracht. Zudem soll ihr Immunsystem wieder so aufgebaut werden, dass sie wieder Hoffnung auf ein etwas menschwürdigeres Leben haben. Zum Abschied gibt Jeanette Matthias und Michael ihre kleine Hand, die beiden wünschen ihr und ihrer Familie eine gute Besserung und wissen Sie bei der Projektleiterin des Ernährungszentrums in guten Händen.
Nach einer Woche gefüllt mit intensiven Eindrücken, Begegnungen und Erlebnissen sind Frederic, Matze, Marc und Michael zwischenzeitlich wieder in Hechingen angekommen und Ostafrika ist einmal mehr zu ihrem zweiten Zuhause geworden. Großen Dank aller Unterstützer von Kinder brauchen Frieden e. V. die all das möglich machen.
Michael Eberhard
Spenden für die Projekte in Ruanda können eingezahlt werden:
Kinder brauchen Frieden e. V.
Nr. 79234034
BLZ: 653 512 60
Kreditinstitut: Sparkasse Zollernalb
Kennwort: Ruanda
Mehr Informationen:
Kinder brauchen Frieden
Erste Vorsitzende Pressesprecher
Cornelia Bierlmeier Matthias Nowotny
Amselweg 10 Henry-Dunant-Straße 21
72379 Hechingen 72108 Rottenburg
Tel.: 07471-6526 Tel.: 07472 -9864180
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Hilfe für Kinder in Not
Tel.: 07471/65 26, Fax.: 07471/92 07 19
http://www.kinder-brauchen-frieden.de






